Pressefotografie von André Gutzwiller

Fotothek GmbH, Wila ZH
Zum Bechern das passende Werkzeug
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Für das 60-Jährige Jubiläum der Illauer Dorfchilbi gibt das OK, als kleines Souvenir, einen eigenen Becher heraus.

Seit 60 Jahren gibt es die Illauer Dorfchilbi, der Event hat sich längst zum überregionalen Happening entwickelt. Am Samstag Abend gibt es für die S3 nur ein Ziel, am Illnauer Bahnhof entleeren sich die ankommenden Züge aus beiden Richtungen in Scharen, die dem bunten Treiben im Dorfkern entgegen strömen.

Wir treffen die Macher der Chilbi. Ueli Fürst ist seit 38 Jahren aktiv im OK, 28 Jahre davon als Präsident. Zu seinem 8-Köpfigen Team gehört auch sein Sohn Silvan. Seite er sich erinnern kann, wird er an der Chilbi zum Schatten seines Vaters. Auf die Frage ob er denn das Amt und die Organisation der Chilbi dereinst übernehmen möchte antwortet er ohne zu zögern mit einem klaren Ja. Die Zukunft der Dorfchilbi ist also gesichert. Für die Stabsweitergabe ist allerdings noch kein definitiver Zeitpunkt angedacht.

Das OK Büro befindet sich, während der Chilbi, in der Werkstatt vom Malergeschäft Bossi an der Längstrasse, dort wo die Besucherströme vom Bahnhof mit dem Gedränge an den Ständen verschmelzen. Wir sitzen an einem Festbank, zuerst die Frage was den an dieser Chilbi Ausgabe neu ist. Fürst kommt nicht dazu die Frage zu beantworten, sein Handy klingelt und vibriert. Beim Fliegerkarussell findet ein Kind seine Mutter nicht mehr, Fürst schickt zwei Sanitäterinnen los um zu helfen. Man merkt sofort, hier laufen alle Fäden zusammen. Auf die Frage zurückkommend meint er: „Die Chilbi muss man nicht neu erfinden.“ Die Leute kommen von weit her und das bei jedem Wetter.

Oft hört Fürst von den Besuchern, dass die Illauer Chilbi wie ein grosse Klassentreffen funktioniert. Wenn man Leute unter dem Jahr nie trifft, hier trifft man sie ganz bestimmt. Ein entscheidender Punkt am Erfolg der Chilbi ist der Umstand, dass es sich noch um eine richtige Dorfchilbi handelt. 18 Vereine sind aktiv am geschehen beteiligt, dazu kommen 65 Marktstände und die vielen bunten und lauten Fahrgeschäfte.

Die Sanitäterinnen sind zurück. Kind und Mutter haben sich von selber wieder gefunden, eine Tragödie konnte abgewendet werden. Wir kommen auf den Becher zu sprechen. Bei der Vorbereitung auf die diesjährige Jubiläums-Chilbi ist Fürst auf ein Foto gestossen von der ersten Chilbi die 1966 statt fand. Es zeigt einen Überblick vom Dorf, im Bildzentrum eben jenes Gebäude in dem wir uns gerade befinden. Daraus muss man doch etwas machen, die Idee mit dem Becher entstand spontan, ebenso die Umsetzung. Es steckt kein durchdachtes Marketingkonzept dahinter. Die 3000 Exemplare werden auch so an den Mann und die Frau gebracht.

Beim hinausgehen, um ein Foto mit dem Becher zu schiessen, organisiert Fürst noch etwas mit einem Abfallcontainerschlüssel, alles ist im Fluss. Auf der Strasse, mitten im Getümmel, werden Ueli und Silvan Fürst von allen Seiten freundlich angesprochen. Nur kurz finden die Beiden Zeit um für einen Augenblick in die Kamera zu schauen, dann geht es weiter, das Handy klingelt schon wieder.

13.09.2026 / André Gutzwiller, Fotothek GmbH

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