In der Blumengärtnerei Gerber in Rikon wächst demnächst noch ganz anderes als nur schöne Blumen
Seit gut drei Wochen stehen die Bauvisiere auf dem Areal der Gärtnerei Gerber. Geplant sind moderne Verkaufs- und Produktionsflächen. Sowie ein Wohnhaus mit acht Wohnungen.
Trifft man zwischen den Blumenbeeten auf Göpf und Elias Gerber merkt man sofort, dass zwischen Vater und Sohn mehr als nur die Chemie stimmt. Die Beiden sind im Geschäft zu einer symbiotischen Einheit verwachsen. Auf dem Papier ist Göpf Gerber der Verwaltungsratspräsident der Blumengärtnerei G. Gerber AG. Zusammen mit seiner Frau Maggie führt er die Firma. Seit längerer Zeit ist auch Elias Gerber als Obergärtner in der Geschäftsleitung aktiv, mit dem Ziel als vierte Generation die 115 Jährige Firmengeschichte in die Zukunft zu führen.
Elias ist stolz auf seinen Vater. Er sieht es als grosses Privileg an, aus seinem enormen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Auf der anderen Seite ist es für Göpf auch nicht selbstverständlich und es erfüllt ihn ebenfalls mit grosser Dankbarkeit, dass sein Lebenswerk sicher dasteht und in Zukunft durch seinen Sohn weitergeführt wird. Alles ist hier im Fluss und alles wird hier auf der gleicher Augenhöhe entschieden. So auch das geplante Neubauprojekt.
Ausschlaggebend für die Ideenfindung waren die angepassten Energievorschriften vom Bund. Bis 2035 sollen in Gärtnereien wie dieser, die Pflanzen mit 80% erneuerbarer Energie produziert werden. Der Laden und das Treibhaus im südlichen Teil der Anlage stammen aus dem Jahr 1978. Für die Planer drängt sich da eine Energetische Sanierung auf. Ausserdem wird auf der jetzigen Ladenfläche zwei Drittel vom Umsatz generiert. Eine Vergrösserung der Verkaufsfläche macht da Sinn. Aus diesen und anderen Überlegungen ist das heutige Projekt gewachsen.
Geplant ist ein neuer Blumenladen mit 200 m2, was der dreifachen Fläche vom heutigen Verkaufsraum entspricht. Dazu kommt ein modernes, Klima gesteuertes Treibhaus, das auch energetisch auf dem neusten Stand ist. Das schafft Raum für eine Sortiments Erweiterung im Bereich Verbrauchsmaterial wie spezielle Blumenerden, Pflanzengefässe und Zimmerpflanzen.
Ausserdem wird im Bereich vom Abzweiger zur Tösstalstrasse ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus errichtet. Die zwei 3.5 und sechs 4.5 Zimmer Wohnungen sollen in einem gehobenen Ausbaustandart ausgeführt werden. Die Bauherrschaft legt wert auf eine langfristige Vermietung. Darum werden die Wohnungen so gestaltet, wie wenn sie selber darin wohnen würden.
Der Baubeginn ist auf Anfang Juni geplant. Noch sind die letzten Details mit verschiedenen Amtsstellen zu klären. Der Bau soll ganz ohne Betriebsunterbruch über die Bühne gehen. Der neue Blumenladen und das Treibhaus wird nach eineinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb genommen, die Wohnungen werden ein halbes Jahr später bezugsbereit sein.
Göpf Gerber ist mit seinen 73 Jahren noch täglich aktiv im Betrieb unterwegs. Dieses Bauprojekt möchte er noch gemeinsam mit seinem Sohn realisieren. Danach plant er etwas kürzer zu treten und seine gut gefüllte Schubkarre an Elias weiter zu geben.
28.03.2026/Gu